Der "Vulkan" im Dritten Reich

Mit den zunehmenden Luftangriffen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg sind wichtige Rüstungs­betriebe in unterirdische Bergwerksstollen verlegt worden. Am "Vulkan" kam es 1944 ebenfalls zum Ausbau des Stollenwerks. Dazu wurden rund 400 Häftlinge aus dem Konzen­trations­lager Natzweiler-Struthof (Elsaß) her­geholt und ein Konzentrationslager in Haslach errichtet. Später zog man nochmals 250 Häftlinge aus Flossenbürg zur Zwangsarbeit heran.

Unter Todesangst und ständigem Terror der NS-Aufseher mussten die KZ-Häftlinge bei dürftiger Nahrung und dem Fehlen jeglicher Hygieneein­richtungen schwerste Zwangsarbeit aus­füh­ren. Neben dem Bau der Straße hoch zum "Vulkan" wurden Steingeröll weggeräumt, neue Zu­gänge errich­tet, Stollengänge betoniert sowie unter­irdische Gebäude und Maschinen­funda­mente erstellt.

Ehemalige Baracken des KZ "Am Sportplatz"
Ehemalige Baracken des KZ ''Am Sportplatz''
Nicht fertiggestellte unterirdische Gebäude für die Rüstungsindustrie
Nicht fertiggestellte unterirdische Gebäude für die Rüstungsindustrie

Nachdem viele Zwangsarbeiter an Krank­heiten und Misshandlungen verstarben, wurden im Dezember 1944 weitere 650 Häftlinge aus dem Konzentrationslager Vorbruck-Schirmeck (Elsaß) direkt in einen Stollen des "Vulkans" verlegt, in dem sie bis kurz vor ihrer Befreiung vier Monate lang auf Stroh, ohne Toiletten, ohne aus­reichende Luftzufuhr und Licht und von Läusen halb zerfressen, leben mussten. 60 Häftlinge überlebten diese menschen­unwürdige Zeit im unterirdischen KZ "Vulkan" nicht.

In solchen Stollen mussten die Häftlinge leben
Karl Buck, 1944 Kommandant des Außenlagers

Quelle: Hildenbrand, Manfred: Der "Vulkan" in Haslach im Kinzigtal. Die Ortenau. 57. Jahresband 1977 und Die "Hölle" von Haslach. Die Ortenau. 73. Jahresband 1993.